Persönlich oder offiziell?

Viele Redaktionen stürzen sich auf das, was in Instagram veröffentlicht wird. Die Lust an der Mitteilung von Prominenten und weniger Prominenten legt weiter zu und es scheint so zu sein: Instagram ist das neue Lieblingskind der Social-Media-Welt.

Traditionelle Soziale Netzwerke wie Blogs, Twitter und Facebook werden ohne Ausnahme umfangreich für die Vermarktung, News-Distribution und sogar für die Vernetzung interner Mitarbeiter eines Unternehmens verwendet. Diese gängigen Social Media Portale haben neben den Privatnutzern offensichtlich eine enorme Chance bei Unternehmen gesehen und dementsprechend einen „Blumenweg“ für Unternehmen eröffnet. Im Vergleich ist Instagram natürlich noch eine Stufe persönlicher und kennt manche typischen Funktionen der traditionellen Social Media Kanäle nicht (Share, Verlinken, …).

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Bild: Flickr.com / Jason Howie

Aktuell sind die meisten Unternehmen bei Twitter und Facebook präsent und können dank der Reichweite dieser Portale eindeutig profitieren. In dem Zusammenhang würde man logischerweise nicht auf die Tradition verzichten. Was Unternehmen aber tun können, ist, die individuell wirkenden Plattformen als Ergänzung zu den gängigen Kanälen einzuführen. Allerdings heißt „Mehr“ nicht unbedingt „Besser“. Unternehmen sollen immer gemäß eigenem Bedarf überlegen, welches „Ergänzungsmittel“ ihnen in der Tat helfen kann, oder, ob sie das überhaupt brauchen. Nur weil ein Dienst gerade Hype ist, muss er nicht gut sein für die Kommunikationsstrategie des Unternehmens.

Eine strategische Auswahl, die passend zur Kommunikationslinie ist, ist daher unabdingbar, wenn das Kommunikationstool erfolgreich sein soll. Außerdem muss die „Ressource Personal“ beantwortet sein. Nennen wir wieder Instagram als Beispiel: Wir sehen, wie „visuell“ Instagram ist. Daher zählt jedes wirksame Bild, jeder richtige Hashtag und jeder angemessene Kurztext. Wir wissen auch, wie „persönlich“ Instagram ist. Persönlicher Kanal macht persönlichen Eindruck. Aus diesem Grund ist es nicht zu empfehlen, darauf identische Posts wie auf Facebook oder Twitter zu verfassen. Inhalte sollen immer ein bisschen anders bzw. individuell ausgedrückt werden, damit die Leser sich angesprochen fühlen. Außerdem gibt es noch einen ganz einfachen Grund dafür: Die Follower auf Facebook oder Twitter erhalten keinerlei neue Informationen aus Instagram. Warum müssen sie den Kanal zusätzlich noch verfolgen?

Nicht zu vergessen ist natürlich auch das Feedback von Besuchern. Soziale Netzwerke ermöglichen eine viel schnellere Kommunikation zwischen Unternehmen und Individuen. Anders formuliert: Unternehmen müssen die Welt direkt konfrontieren und können nicht mehr für immer still bleiben. Der neue Kanal soll deshalb kontinuierlich betreut werden und jedes Feedback soll ernstgenommen werden. Im Krisenfall sollen Unternehmen möglichst zeitnah eigene Stellungnahme auf allen Social Media Kanälen, natürlich auch auf Instagram, äußern. Absichtliche Verzögerung führt nur zu einer negativen Wirkung auf das Image.

Autorin: Nina Cen